Gerahmtes Landschaftsbild mit See, Bäumen und Frühlingssonne – ruhiger Moment einer Schwellenzeit zwischen Winter und Frühling.

März RückBlog - Vom Innehalten, Annehmen und Werden

April 13, 20269 min read

Eine Schwellenzeit ins Frühjahr

Der März hat sich für mich angefühlt wie eine Schwellenzeit. Wie ein leiser Übergang – zwischen Winter und Frühling, zwischen Rückzug und Aufbruch.

Passend zur Osterzeit, möchte man meinen - ein feines Dazwischen. Mit Tagen, an denen sich etwas Altes noch einmal zeigt, während etwas Neues schon leise anklopft.

Und dann gibt es diese Tage, ... an denen du morgens aufwachst und sofort spürst: Irgendetwas ist anders.

Ohne dass du genau sagen kannst, was es ist. Gedanken sind dichter. Gefühle näher. Und Themen, die längst sortiert schienen, stehen plötzlich wieder im Raum.

Nicht laut. Aber deutlich.


Zwischenzeiten und Portaltage

Ich bin in diesem März zum ersten Mal in einem Newsletter bewusst dem Begriff der Portaltage begegnet.

Einem Begriff, der auf einen Zyklus von 260 Tagen Bezug nimmt, der weniger die Zeit misst, als vielmehr Bewusstseinsqualitäten nach den Vorstellungen der Maya beschreibt.

Innerhalb dieses Systems gibt es bestimmte Tage, an denen das Magnetfeld der Erde – und damit die Energie – „durchlässiger“ wird.

Man könnte sagen: Der Abstand zwischen dem, was wir bewusst wahrnehmen, und dem, was in uns verborgen liegt, wird kleiner.

Fast so, als würde das, was in dir ist, hörbarer werden.

Mich erinnert das an die Rauhnächte. Meine letzten Rauhnächte empfand ich als ähnlich intensiv. Und genau das haben viele beschrieben, die sich schon länger mit ihnen beschäftigen.


Die Rune Raidho – im Rhythmus des Werdens

Vollmond über einer ruhigen Landschaft mit Bäumen – Symbol für Wandel, Zwischenzeit und innere Prozesse im März

Eine meiner Inspirationsquellen für die Rauhnächte und damit verbundene Rituale ist seit vielen Jahren Alexa Szeli. Ihr wunderschönes Buch Meine zauberschönen Rauhnächte hat mich lange Zeit begleitet - und wird es in Teilen auch weiterhin tun.

Bei ihr "ziehe" ich immer meine digitalen Runen, die mich durch das Jahr begleiten.

Zu Raidho sagt ihr Runen-Set sinngemäß: Sie ist nicht der Beginn und nicht das Ende einer Reise – sondern der Weg selbst.

Der Rhythmus. Das Rad.

Alles ist im Fluss und dreht sich weiter. Raidho lädt ein, diesen Lauf zu achten und die eigene Richtung zu finden.

Na, wenn das mal kein Volltreffer ist.


Die Karten meines März

Apropos: Rauhnächte.
Zu Weihnachten durfte ich mich über ein liebevoll gestaltetes Kartenset aus der Feder der von mir ebenfalls seit Jahren geschätzten Annett Hering freuen.

Nun hatte ich ja aus einem Impuls im Anschluss an meinen Adventskalender heraus erstmalig ab dem 25.12. ein eigenes Format am Start: meinen Rauhnachtskompass. Klar, dass ich mich dem zunächst voll und ganz widmen wollte, um die Karten zu würdigen, wenn die Zeit reif für sie war.

Irgendwann war klar: Jetzt ist die Zeit.
Denn nun, da ich meinen März resümiere, fühlt es sich an, als hätte ich mich sprichwörtlich von Karte zu Karte bewegt.
Zwischen dem, was ich loslasse – und dem, was ich einlade.

Vielleicht war dieser Monat weniger ein Vorankommen – als ein tieferes Ankommen in mir selbst.
Und vielleicht waren es genau diese Tage, in denen Ausweichen schwerer wurde und Hinschauen ehrlicher.

…und vielleicht ist genau das auch Teil dieser inneren Bewegung:
einander wertzuschätzen und ein Stück weit sichtbar zu machen.


Kartenset zwischen Selbstzweifel und Vertrauen, eingebettet in Skizzen und Materialien einer Kreativen Auszeit.

🃏 Selbstzweifel → Vertrauen

Am Anfang zog ich diese Paarung:
Selbstzweifel loslassen. Vertrauen einladen.

Da sah ich mich in dem Moment, bevor ich meinen Workshop angekündigt habe.
Dieser kurze Augenblick, in dem ich den Text noch einmal lese –
und mich frage:
Ist das wirklich stimmig? Bin ich schon so weit?

Ich spürte dieses leichte Zögern.
Nicht laut. Eher wie ein Innehalten.

Und dann drücke ich trotzdem auf Veröffentlichen. Nicht, weil ich mir plötzlich sicher bin. Sondern weil ich spüre, dass es jetzt dran ist.

Und vielleicht ist genau das Vertrauen: nicht das sichere Gefühl vorher –
sondern der Schritt mit diesem Zögern.
Mitten hindurch.

Das erinnert mich an ein Spiel mit den Kindern. Aus einem Buch über bewegte Pausen.

Wir gehen dabei auf der Stelle und stellen uns einen Spaziergang durch den Wald vor - und stoßen immer wieder auf Hindernisse.

„Links geht’s nicht vorbei.
Rechts geht’s nicht vorbei.
Wir müssen mitten durch.“, so der Wiederholungsspruch, den die Kinder ab dem zweiten Mal natürlich im Chor mitsprechen.

Und dann stimmen wir uns ab. Schauen gemeinsam: Wie kommen wir da durch?
Wir bewegen uns, probieren aus – und irgendwann: „Uff, ge...schafft!“
Und weiter geht der Marsch.

Vielleicht ist Vertrauen genau das.

Nicht das Wissen darum, dass der Weg frei ist –
sondern die Bereitschaft, mit dem, was da ist, hindurchzugehen.

Vertrauen ist kein bloßer Zustand.
Vertrauen ist eine Entscheidung – immer wieder neu.
Eine Entscheidung für mich.

Für mein So-Sein.
Für meinen Weg.


🃏 Stillstand → Schöpferkraft

Es gab Momente des Innehaltens.
Momente des Nicht-Wissens.

Und doch: Stillstand ist kein mir wirklich vertrauter Zustand.
Ich liebe Veränderungen - und die Umsetzung neuer Erkenntnisse.

Und trotzdem schleicht sich dieses Gefühl manchmal an. Irgendwo kneift es mich.
So, wie es Annett Luisan besingt - mit ihrer samtweichen, leicht lasziven Stimme und diesem Augenzwinkern, das in Text und Intonierung mitschwingt.

Und genau dann braucht es Bewusstheit.
Um zu erkennen: Ich bin längst in Bewegung.

Oft wird erst im Rückblick sichtbar, was alles entstanden ist.

So sehe ich mich an meinem Schreibtisch sitzen. Zwischen Notizen, Skizzen, Ideenfetzen.
Von außen wirkt es vielleicht ruhig.
Still.

Fließendes Wasser an einer Mühle – stille Bewegung und Schöpferkraft im Verborgenen

Und doch passiert innen so viel.

Ich verschiebe einen Ablauf. Streiche etwas. Füge etwas hinzu.
Spüre immer wieder hinein: Trägt mich das?

Und irgendwann ist er da.
Mein Workshop.
Nicht perfekt. Aber stimmig.

Und ich merke: Das war nie Stillstand.
Das war Schöpferkraft in Bewegung – nur leiser, als ich sie erwartet hätte.

Und in diesem Moment wurde mir klar:
Es war nie nur eine Idee.

Es war schon da.

Das war kein Stillstand.
Sondern ein leises Werden.


🃏 Mangeldenken → Magie

Nicht alles hat sofort Resonanz gefunden.
Nicht alles wurde gesehen.

Ich erinnere mich genau an den Moment, als ich im Hotel sitze.
Mit all meinem vorbereiteten Materialien.
Mit unserem Kilburn - unserem Sound für unterwegs, der bei uns immer als Erstes in die Urlaubskiste wandert.
Mein Mann und ich sind nun einmal Klangmenschen.

Alles ist da.
Meine eingesprochene Meditation.
Meine Komposition aus Naturgeräuschen, Bachlauf und Vogelgesängen.

Eine Kiste mit Beispielen - als Einladung, sich wunderBAR unperfekt einzulassen.
Aufs Sketchen.
Aufs Journaling.
Auf kleine Rituale, die wieder in Verbindung bringen.

Ein vorbereiteter Raum für eine kreative Auszeit – alles ist da, auch wenn noch niemand Platz genommen hat

Und dann:

keine Anmeldung.
Kein Gast, der meiner Einladung gefolgt ist.

Ein kurzer Stich.
Ein Gedanke, der sich leise einschleicht: Reicht das? Ist mein Angebot gut genug?

Das durfte ich erst einmal aushalten.

Eine Generalprobe ohne Publikum.

Also habe ich mir einen Tee bestellt. Es mir mit meinen Materialien gemütlich gemacht. Und meine kreative Auszeit genossen.

Anders als gedacht.
Und gleichzeitig wertvoll .
Vielleicht sogar auf eine ganz eigene Weise - Wert(e)voll anders.


Für meinen zeitlich darauf folgenden Newsletter habe ich eine 4-Minuten-Auszeit eingesprochen - unterlegt mit einer Sequenz aus meiner Komposition der Naturgeräusche.

Am nächsten Tag erhalte ich eine Nachricht:
"Beste Katja, was für ein schöner Newsletter. Daaaanke !
Und die Meditation ist ja der Hammer, unglaublich. Soooo einfach, soooo kraftvoll. Soo herrlich kurz. Yesss! Ich danke dir von ganzem Herzen".

Ich sitze da -
und mein Grinsen wandert bis zu den Ohren.
Die Augen ein kleines bisschen nass.

Ich merke, wie sich etwas verschiebt.

Weg vom Messen.
Hin zum Spüren.

Und genau dort zeigt sie sich: diese leise, unaufgeregte Magie.
Nicht im Applaus. Sondern in der Verbindung.
Im Berühren und Berührt-Sein.


Und dann bin ich weitergegangen.

Habe geteilt. Habe gegeben. Habe erneut eingeladen. Habe mich verbunden.
Über meinen Blog, Newsletter, Social Media – weniger als Strategie, vielmehr als Ausdruck.

Und irgendwo dazwischen taucht sie immer wieder auf:
diese leise, unaufgeregte Magie.

Vielleicht genau dann,
wenn wir aufhören zu messen –
und anfangen zu vertrauen.


🃏 Traurigkeit → Fülle

Ich erinnere mich an den Moment, in dem ich die Entscheidung, mein Erbe auszuschlagen, im Coaching mit einer Kollegin (die ich an dieser Stelle auch von Herzen empfehlen kann) noch einmal wirklich durchdrungen habe.

Nicht allein.
Sondern begleitet.

Wir haben das Für und Wider sichtbar gemacht.
Visualisiert.
Unter anderem mit dem onlineSystembrett.

(Und ich merke einmal mehr, wie kraftvoll es ist, inneres Erleben sichtbar werden zu lassen. Dazu schreibe ich bald noch mehr.)

Und plötzlich lag alles vor mir.
Die zwei Seiten.
So klar.
So gleichwertig.

Eine tiefe Erinnerung daran, dass das Leben nicht eindeutig ist.
Dass es selten nur „richtig“ oder „falsch“ gibt.
Sondern oft beides zugleich.

Und mittendrin ich.

Mit der Freiheit, mich zu entscheiden.

Ich habe gespürt, wie viel in dieser Entscheidung liegt.
Nicht nur rational.
Sondern auf einer viel tieferen Ebene.

Ich lasse etwas los.

Und gleichzeitig entscheide ich mich für etwas.

Für mich.

Wurzeln auf einem stillen Heideweg im Nebel – ein Weg durch das, was trägt, auch wenn es sich schwer anfühlt

Für ein Leben, das ich mir nicht schwerer mache, als es sein muss.
Für die Erkenntnis, dass ich es bis hierhin allein geschafft habe.

Und dass ich auch alles Weitere aus mir heraus schaffen werde.

Und dann war es plötzlich auch körperlich spürbar.
Ein Aufrichten.
Ein tiefes Durchatmen.
Als würde etwas in mir sagen: Ja.

Ich habe dieses Gefühl mitgenommen. In den Spaziergang direkt nach der Sitzung.
Schritt für Schritt.

Und es durfte sich setzen.
In meinem Tempo.


Da ist Traurigkeit.
Über das, was ich loslasse.
Über das, was nie gewesen ist.

Und gleichzeitig öffnet sich etwas.

Weite.
Klarheit.
Freiheit.

Vielleicht ist genau das Fülle.

Nicht als Gegenteil von Traurigkeit.
Sondern als etwas, das gleichzeitig da sein darf.


Was gewachsen ist

Wenn ich auf diesen Monat zurückblicke, wird mir bewusst, was alles gewachsen ist:

• Ich darf mich halten – auch wenn es wackelt
• Ich bin nicht entweder stark oder verletzlich – ich bin beides
• Ich darf sichtbar sein – auch ohne sofortige Resonanz
• Fülle zeigt sich auch in leisen Momenten
• Verbindung ist mir wichtiger als Wirkung


Was ich mitnehme

Und daraus entstehen ganz leise die nächsten Schritte.
Oder vielleicht eher: Einladungen.

Diese Samen nehme ich mit in den nächsten Monat:

• meine „Kreative Auszeit“ darf weiter wachsen
• meine Markenwelt wandelt sich in ein Honigtöpfchen mit Hummel (🐝🍯)
• meinem Blog gebe ich Raum, sich zu entfalten
• meinen Körper möchte ich noch bewusster einbeziehen
• ich stelle sanfte Selbstführung vor Leistung


Was ich verkörpere

Und während ich das schreibe, merke ich:

Ich bin nicht mehr an derselben Stelle wie vor einem Monat.

Ich habe nicht nur etwas aufgebaut.
Ich habe etwas verkörpert.

Vielleicht ist genau das Wachstum - wie meine aktuelle Karte mich erinnert einzuladen, jetzt Anfang April.

Nicht höher, schneller, weiter –
sondern näher bei mir.

Und vielleicht beginnt genau hier der Frühling.

Nicht draußen.
Sondern in mir.

Da fällt mir dieser herrlich superkalifragilistigexpialigetische Gedanke ein:

Frühling ist immer so ein bisschen wie Ahoi-Brause im Herzen.


Wohin ich blicke

Abendhimmel in sanften Farben über der Landschaft – ein ruhiger Ausklang und Übergang in den nächsten Moment

Und während ich so in diesen März-Abendhimmel schaue, kommt mir plötzlich ein vertrauter Gedanke.

Ein ganz leiser.

Heute ist nicht alle Tage…
ich komm wieder, keine Frage.


Vielleicht kennst du solche Tage ja auch?

Vielleicht nimmst du dir beim Lesen einen Moment – und spürst:

Was darf bei dir gerade gehen…
und was eingeladen werden?

Aus genau diesem Werden heraus öffnet sich gerade ein Raum.

Leise.
Achtsam.

Wenn du magst, nehme ich dich ein Stück mit.
In deinem Tempo.

Schreib mir gern -
oder schau mal, wie das hier mit dir in Resonanz geht.


Und manches, was sich in diesem Monat gezeigt hat,
möchte als Geschichte noch weiter erzählt werden.

Vom Sichtbarmachen innerer Prozesse.
Von kleinen kreativen Auszeiten und
bewussten Pausen im Alltag.
Und von einer Markenwelt, die gerade neue Formen annimmt.

Wenn du magst, bleib gern ein Stück dabei. Hier geht's zum Newsletter.

Katja Schoonbergen ist Tiefendialog-Coachin und Gründerin der Wunder-B.A.R. – einem Raum für Bewusstheit, Achtsamkeit und Reflektion.

Sie begleitet Menschen dabei, innere Prozesse zu verstehen, eigene Antworten zu finden und sich selbst wieder klarer zu sehen.

In ihrem Blog schreibt sie über das, was zwischen Denken und Fühlen geschieht – über Wahrnehmung, Entwicklung und die leisen Veränderungen, aus denen neue Wege entstehen.

In ihrer Wahlheimat, der Lüneburger Nordheide, entstehen aus dem Leben ihre Impulse – mit Leuchtturm-Blick, Cappuccino und einem offenen Herzen für Menschen, die viel geben und sich selbst dabei nicht verlieren wollen.

Katja Schoonbergen

Katja Schoonbergen ist Tiefendialog-Coachin und Gründerin der Wunder-B.A.R. – einem Raum für Bewusstheit, Achtsamkeit und Reflektion. Sie begleitet Menschen dabei, innere Prozesse zu verstehen, eigene Antworten zu finden und sich selbst wieder klarer zu sehen. In ihrem Blog schreibt sie über das, was zwischen Denken und Fühlen geschieht – über Wahrnehmung, Entwicklung und die leisen Veränderungen, aus denen neue Wege entstehen. In ihrer Wahlheimat, der Lüneburger Nordheide, entstehen aus dem Leben ihre Impulse – mit Leuchtturm-Blick, Cappuccino und einem offenen Herzen für Menschen, die viel geben und sich selbst dabei nicht verlieren wollen.

LinkedIn logo icon
Instagram logo icon
Back to Blog